Knapp einen Monat gibt es jetzt Gruml, einen Mac OSX Feedreader, der mit Google Reader synchronisiert. Zeit einen Blick darauf zu werfen.
Ich nutze schon sehr lange den Google Reader, zuerst die Onlineversion und später ein SSB (Site Specific Browser) via Fluid in Kombination mit dem Helvetireader Userscript. Früher hatte ich Vienna, dann NetNewsWire um meine Feeds zu verwalten – der große Nachteil: ich lese die Feeds auf meinem Rechner zuhause und bin dann irgendwo unterwegs an einem anderen Rechner und möchte trotzdem meine Feeds lesen. Wie komm ich an meine Feeds? Wie weiß ich hinterher zuhause, welche Feeds ich schon gelesen habe? Hier kommt der Google Reader ins Spiel: Eure Feeds lagern auf einem Google Server und ihr könnt von überall darauf zugreifen. Natürlich könnt ihr sagen: Google hat dann meine Feeds und weiß was ich lese – aber mir ist das im Moment egal, Google hat eh schon genug über jeden von uns gesammelt, bin ich der Meinung.
Nun ist das Google Reader Interface nicht gerade das schönste und vielleicht möchte man auch nicht unbedingt immer einen Browser öffnen um seine Feeds zu lesen. Hier kommt Gruml ins Spiel: Es meldet sich für euch beim Reader an und lädt eure Feeds. Auch Ordner, die ihr im Reader angelegt habt, werden euch so angezeigt. Anschließend könnt ihr durch eure abonnierten Feeds scrollen und lesen. Dabei synchronisiert Gruml automatisch im Hintergrund mit dem Google Server, so dass ihr dann auch später im Google Webinterface keine Feeds als ungelesen angezeigt bekommt, die ihr schon gelesen habt.
Aber Gruml kann noch mehr: Wer sich näher mit dem Google Reader auseinandersetzt, wird feststellen, dass man jeden Post “empfehlen”, “markieren” und/ oder “bevorzugen” kann. Das tolle: Gruml lädt auch diese Dinge in extra Ordner. Wenn ihr also Leuten folgt, d.h. im Google Reader eingestellt habt, dass ihr die empfohlenen Artikel von bestimmten Kontakten sehen könnt, so seht ihr die auch in Gruml. Eine tolle Funktion und viel übersichtlicher als im Google Reader. Mittlerweile wird sogar angezeigt, welcher Benutzer den Artikel empfohlen hat.

Was noch geht? Ihr könnt direkt von Gruml aus den Link zu einem Eintrag twittern, und an diverse Social Services senden, z.B. Delicious, Facebook, InstaPaper, Reddit, Tumblr u.v.a. Wenn euch also ein Blogeintrag besonders gefällt, so könnt ihr den sofort euren Followern bei Twitter mitteilen oder es euren Freunden bei Facebook mitteilen.
Was man bei allen Lobeshymnen allerdings nicht vergessen sollte: Gruml ist Beta. Und das merkt man. Zumindest bei mir stürzt es in der aktuellen Version (0.9.7) wieder öfters ab. Das war in 0.9.6 noch anders, aber mich stört es nicht so sehr. Auch dauert das aktualisieren der Feeds mitunter 2-3 Sekunden, was aber, in meinen Augen, erträglich ist. Probierts einfach mal aus, ich möchte jetzt schon gar nicht mehr ohne Gruml meine Feeds lesen ;)
Bleibt noch zu sagen: Ja, die neue Version von NetNewsWire kann auch mit dem Google Reader synchronisieren, aber ich bleibe vorerst bei Gruml.
