Freiheit statt Angst 2009

fsa_01Am letzten Wochenende war es soweit: Die dritte “Freiheit statt Angst“-Demo gegen Überwachung und für mehr Datenschutz fand in Berlin statt. Ich hatte lange überlegt hinzufahren, im Mai hatte ich das erste Mal vom Termin gehört, doch allein ist das schon irgendwie doof und zu teuer. Dann hatte ich jedoch großes Glück, dass die Piraten aus Braunschweig einen Bus organisiert hatten, der mich für 20 Euro hin und zurückbrachte. Dies erfuhr ich zwar erst zwei Tage vor der Demo, aber wir sind ja spontan. Also bisherige Planung umgeschmissen und ab nach Berlin. Nachdem Samstag morgen um 8 Abfahrt war – um 8:30 sind wir losgekommen – kamen wir irgendwann mittags so gegen 12 Uhr in Berlin an. Dort fanden wir schon unseren geilen Truck vor, der dank emsiger Hilfe einiger anderer Piraten bereits dekoriert worden war. Dieses “Monster” war 26m lang und konnte sehr sehr sehr laut Musik machen :D Da so ein etwas längeres Gefährt auch einen großen Wendekreis hat und kein Demonstrant überrollt werden sollte, wurden Ordner gebraucht, die mit Hilfe eines Seiles rund um den Truck für Abstand sorgten. Diese glorreiche Aufgabe übernahmen ich und ca. 20 weitere Freiwillig. Was lockte als Belohnung: Freie Mitfahrt auf dem Truck, wenn man gerade nicht draußen für Ordnung sorgte. Im Vorfeld konnte man Plätze for free erwerben, um eine kleine Spende wurde jedoch gebeten – verständlich, ist so ein Truck doch nicht ganz billig in der Miete. Mit Verspätung ging es dann gegen 16 Uhr endlich los. Wir waren an 9. Stelle im Zug, hinteres Mittelfeld. Dennoch war um unseren Wagen eine orangene Menschenmasse versammelt, dass man meinen könnte, es wäre eine Piratendemo: Überall orangene Fahnen und schwarz orangene T-Shirts.fsa_02Dazu ordentlich fette Musik von Tanith (da gibts noch ein paar schöne Videos), der uns alle zum Tanzen bewegte. An dieser Stelle auch noch Mal danke an unseren “Boss” Francis, der Ohropax besorgt hat (hat lassen? :D), so dass wir Ordner mit heilen Ohren durch die Demo kamen. Wir überstanden alle Kurven wunderbar, niemand wurde überrollt. Wer weiß was mit Resonanzkatastrophe gemeint ist, kann sich vorstellen was passiert, wenn ca. 60 Leute auf dem Oberdeck des Trucks wie wild zu “Jump Around” herumhüpfen, während der Truck um eine Kurve fahren will. Doch auch hier wurde die Masse schnell für ein paar Sekündchen beruhigt und nach der Kurve ging es wieder weiter :D Kurz vorm Potsdamer Platz wieder angekommen, mussten wir die Musik leider schon abstellen, denn auf dem Platz spielten bereits Mono & Nikitaman, die ich eig. unbedingt sehen wollte, doch zum Glück hatten sie noch nicht lange gespielt, so dass ich noch völlig in den Genuss des ersten Teils ihres Auftritts kam, wenn auch nur während der Arbeit, denn der Truck musste umgebaut werden: Ein großes Piratensegel und der Sky-Beamer wollten auf dem Dach befestigt werden, was wir auch erfolgreich hinter uns brachten. Dann kamen die Abschlussreden und danach legten Mono & Nikitaman mit dem zweiten Teil ihrer Show nach.fsa_03 Diesmal konnten wir ganz entspannt abtanzen: Vor dem Truck und auf dem Oberdeck – sehr geil. Irgendwann waren die Beiden dann auch fertig und nach einer kleinen Umbaupause durfte dann Tanith noch mal ran. Und während die Menge in den letzten 2 Stunden immer weniger wurde, es waren bei Tanith nur noch knapp 500 Leutchen da, brachte er auch diese kleine Menschenmenge noch Mal richtig zu abfeiern. Einen Großteil der Piraten eingeschlossen. Es hat auf jeden Fall richtig Bock gebracht, auch wenn wir dann schon mit dem Truck ein paar Meter weiter, hinter die Bühne, fahren mussten, um die ganze Piratenwerbung abzumachen, denn schließlich wollte jeder nach Hause – es war ja auch ein langer Tag. Gegen 22.30 machten wir uns dann auf den heimweig und waren so gegen halb zwei wieder in Braunschweig. Oder war es später? Ich weiß es nicht mehr. Bleibt abschließend zu sagen, dass die Demo supergeil war, die Piraten eine Menge aufsehen erregt haben, ich eine Menge in diesem Beitrag vergessen habe – aber egal. Das einzig betrübliche ist der Zwischenfall mit der Polizei, bei dem ein Demonstrant verletzt wurde. Ich hoffe, dass dieser Vorfall aufgeklärt wird und so etwas nicht noch einmal vorkommt. Gegen Demonstranten, die sich nicht ordnungsgemäß verhalten, vorzugehen, ist eine Sache. Grundlos Gewalt anzuwenden eine andere. Und noch etwas: Auch wenn es vielleicht so rüberkommt: Ich bin kein Mitglied der Piratenpartei, ich werde auch niemals Mitglied in einer politischen Partei sein. Aber ich sympathisiere mit den Jungs und Mädels, die sind alle super nett und ich denke auf dem richtigen Weg. Ich freu mich jetzt schon auf nächstes Jahr, auch wenn es eigentlich schön wäre, nicht mehr aus diesem Anlass zusammen kommen zu müssen – so wie es viele Redner auf der Abschlusskundgebung sagten.