Guten Morgen
Weiter geht’s!
Fast 3 Monate ohne Beitrag sind nun ins Lande gezogen und es wird Zeit, dass es hier weitergeht. Deswegen wird es ab nächster Woche jeden morgen einen Beitrag geben, der nur ein Video enthält. Sozusagen als Einstieg in den Tag. Ja, die Aktion hab ich mir von Spreeblick abgeschaut, die das schon viel länger machen. Aber ich werde meinen Fokus nur auf elektronische Musik legen.
Weiterhin bin ich schwer am Gammeln beschäftigt, denn ich schreibe meine Bachelorarbeit. Dazu wird es in absehbarer Zeit auch noch einen Beitrag geben. Und schließlich steht Ende Februar mein Umzug nach Berlin an, wo dann im April mein Master-Studium losgeht.
Weitere Mathe-Beiträge sind auf jeden Fall geplant, komme nur im Moment nicht dazu, was ordentlich aufzuschreiben.
Katzen, Preise & Co.

Nicht ganz uneigennützig erzähle ich hier jetzt kurz was über den Gilly und sein Blog (Gilly’s Playground). Das feiert nämlich dieser Tage seinen fünften Geburtstag. Ein Alter was nicht allzuviele Blogs erreichen. Zumindest nicht welche, die regelmäßig befüttert werden.
Beim Gilly findet man nämlich allerhand Kuriositäten. Wer auf der Suche nach LOLCATS ist, kann dort regelmäßig seine Sucht befriedigen. Außerdem findet ihr allerlei Testberichte, der Gilly testet nämlich auch recht eifrig die verschiedensten Dinge.
Und da 5 Jahre eine lange Zeit sind, lässt er es sich nicht nehmen und verlost eine Menge Preise im Wert von 2000 Euro. Das ist auch der Grund, weshalb dieser Beitrag nicht ganz uneigennützig ist, wie ich am Anfang erwähnte. Jeder der einen Kommentar hinterlässt, darüber twittert oder einen Eintrag im eigenen Blog schreibt, nimmt an der Verlosung teil.
Was gibt es zu gewinnen? Eine Menge. Z.B.:
- iTunes Gutscheine
- Archos 32 Multimedia-Player 8 GB
- Akkuschrauber von Bosch
- Rasierer
- Kino Gutschein
- Herr der Ringe auf Bluray
- Smartphones
- die LolCat Bibel (ein Must-Have!!!)
- UMTS WiFi Hotspot
- u.v.m.
Am Besten ihr schaut noch einmal genauer auf seiner Seite nach und hinterlasst einen Kommentar, twittert oder schreibt selber einen Blogeintrag und schon nehmt ihr am Gewinnspiel teil. Außerdem findet ihr auch Videos zu den Gewinnen auf seiner Seite.
Spaß mit iOS
[Gedankenzuck] – Die GEZ
Nachdem ich diesen Artikel auf heise.de las, habe ich mich gefragt, ob man das ganze Problem nicht lösen könnte, in dem man die öffentlichen Sender grundverschlüsselt. Jeder der die Sender dann braucht, zahlt dann meinetwegen seine GEZ und bekommt Zugriff auf die Sender und Zugangsdaten für die jeweiligen Online-Angebote.
Auf meine Frage bei Twitter, bekam ich die Antwort, dass dies in der Grundversorgung geregelt sei. Dort steht, dass das Bundesverfassungsgericht gesagt hat, dass in Deutschland ein Grundversorgungsauftrag des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks besteht.
Könnte man ja mal drüber nachdenken, dass zu ändern. Meinetwegen zeigen sie die Nachrichten für alle und der Rest ist verschlüsselt.
Wenn mir das Programm, was die Sender liefern, etwas wert ist, dann zahle ich auch gern. Im Moment tue ich das nur gezwungenermaßen. Dann sollen die Leute da endlich mal was für ihr Geld machen. Ich finde es ja schon super, dass die ganzen Podcasts veröffentlicht werden. Aber dafür den vollen Preis im Monat zu zahlen? Nein danke. Und zahlen, weil ich einen Computer, aber keinen Fernseher, habe, mit dem ich rein theoretisch Streams abrufen könnte, ist ja total absurd in meinen Augen. Denn: Wenn man sich keinen Fernseher, aber einen Computer, holt, dann hat das meiner Meinung nach nur einen Grund: Man möchte keine GEZ zahlen. Und dieser “Hintertür” wurde nun auch ein Riegel vorgeschoben.
Und auch diese Reform für 2013 oder wann auch immer sie kommen mag, ist meiner Meinung nach völliger Unsinn. Jeder soll einfach mal zahlen, unabhängig davon, ob er überhaupt einen Computer und/oder Fernseher hat.
Ich weiß, dass das alles recht unqualifizierte Aussagen sind, aber ich vermute, dass es vielen so geht, die sich nicht näher damit auseinander setzen.
Nicht falsch verstehen: Die Sender sollen ja ruhig Geld kriegen, wenn sie gutes Programm liefern.
Aber die größte Frechheit ist, dass man als Student nicht von der GEZ befreit wird, wenn man kein Bafög bekommt. Nur weil man kein Bafög bekommt, heißt dass doch noch lange nicht, dass man automatisch viel Geld im Monat zur Verfügung hat, um dann noch GEZ zu zahlen.
Kritik, Anmerkungen, Lob in die Kommentare. Hinweise auf Rechtschreibfehler bitte an /dev/null weiterleiten.
Der ultimative Tipp für alle Braunschweiger ;-)
Wer viel in Braunschweig mit der Tram unterwegs ist, möchte vielleicht immer schnell wissen, wann die nächste Bahn fährt. Natürlich kann man sich einen Fahrplan zuhause hinhängen, aber dort steht ja nicht, ob irgendwo eine Baustelle ist und wenn neue Fahrtzeiten kommen, muss man sich einen neuen besorgen.
Um diese Aufgabe online zu erledigen gibt es die Elektronische Fahrplanauskunft für Niedersachsen und Bremen, kurz EFA. Dort kann man seine Abfahrts- und Zielhaltestelle angeben und sich die entsprechenden Zeiten raussuchen lassen. Das ist ja schonmal nett, doch es ist schon ein wenig umständlich, jedes Mal die Seite aufzurufen und dort alles einzugeben. Dafür gibt es eine kleine One-Click-Lösung, die für viele ausreicht.
Ich habe eine Linie, die alle meine wichtigen Punkte abfährt – zuhause, Uni, Innenstadt und Hauptbahnhof. Wenn ich also eine Bahn raussuche, so suche ich immer von meiner Heim-Haltestelle bis zum Hauptbahnhof, auch wenn ich nur zur Uni will. Wer sich nun ein wenig auf der EFA-Seite umschaut, der findet dort auf der linken Seite den Menüpunkt “Downloads”. Weiter auf den Punkt “Ihre eigene EFA”. Eigentlich gedacht, um Besuchern der eigenen Homepage schnell Abfahrtzeiten zu liefern, kann man dort in einem Formular Abfahrts- und Zielort eingeben. Die Felder für Uhrzeit und Datum lässt man leer. Anschließend klickt man auf “Link erzeugen” und erhält einen Link, der bei Aufruf die Verbindungen zwischen Start und Ziel anzeigt. Mit aktuellem Datum und aktueller Uhrzeit. Diesen Link als Bookmark in die Lesezeichenleiste packen und schon kriegt man mit einem Klick die aktuellen Daten. Wie man links sieht, habe ich zwei Bookmarks für jede Richtung angelegt.
Top 10 Interpreten – letzte Woche

Ihr kennt das sicherlich, Sonntag abend, man hat nix zu tun. Also bloggt man was. Und da Statistiken immer cool sind, hier mal meine Top 10 der letzten Woche. Gezählt wurde mit Last.fm.
Platz 01: Kool Savas
Platz 02: Fritz Kalkbrenner
Platz 03: Spax
Platz 04: MC Rene
Platz 05: Tefla & Jaleel
Platz 06: Texta
Platz 07: Cold War Kids
Platz 08: Ferris MC / DJ Blastar
Platz 10: D-Flame / Samy Deluxe / Nosliw / Ill Will / Tim Pritlove / Mashup-Germany
Wie man sieht, sehr viel Old-School HipHop aus Deutschland (Old School… haha… das war um die Jahrtausendwende. Aber wie nennt man das? Ist doch Old School, oder? Und was ist dann Public Enemy? Extrem Old School? Nur so nebenbei.). Dann noch Fritz Kalkbrenner wegen seines neuen Albums (sehr empfehlenswert) und ein Podcaster ist mit Tim Pritlove auch vertreten.
Meine Gedanken zum Mac App Store

via apple.com
Gestern Abend war es mal wieder soweit, Steve Jobs betrat die Bühne und stellte unter dem Motto “Back to the Mac” Neues für die Mac-User vor. Was genau alles, kann man gerne hier nachlesen oder die gesamte Keynote anschauen, ich möchte mich auf eine Neuigkeit konzentrieren: Es wird einen App Store für den Mac geben.
Wer genau während der Keynote zugehört hat, dem wird sicherlich aufgefallen sein, dass die Reaktion auf die Ankündigung eher verhalten ausgefallen ist. Auch mich hat das Ganze ein bisschen nachdenklich gestimmt. Doch zuerst die Fakten:
- wie im Store vom iOS werden die Einnahmen 70/30 (Entwickler/Apple) aufgeteilt
- Einmal kaufen, auf allen Geräten nutzen, die man hat
- Updates, wie im iOS Store, lassen sich darüber laden
- einfache Installation – kein Verschieben in das Programme-Verzeichnis
- Review-Prozess
- Apps können weiterhin auch außerhalb des Mac App Stores vertrieben werden
Die Spekulation, dass Apple einen App Store für den Mac bringt, hatten wir schon im Frühjahr, damals hieß es noch, dass nur Anwendungen aus dem Store laufen sollen, dem erteile Steve Jobs jedoch eine Absage. Damals waren wir alle entsetzt, da es hieß, dass dieser App Store der einzige Distributionskanal sei. Was wir gestern gesehen haben, zeigt uns, dass es vorerst auch weiterhin Anwendungen außerhalb vom App Store geben wird.
Und das ist auch gut so, denn ich denke kaum, dass Adobe einen 30% Anteil von den Einnahmen der CS-Suite an Apple abgeben möchte. Allerdings finde ich es auch nicht verwerflich, dass Apple einen Teil haben möchte, ob die 30% nun gerechtfertigt sind oder nicht, bleibt eine andere Frage. Immerhin hosten sie die Programme und gerade durch die Top-Listen erhalten bestimmte Apps eine Menge Aufmerksamkeit, die sie vielleicht sonst nicht erhalten hätten. Und Apple prüft für uns die Programme, ist das keinem Entwickler 30% wert? Wir kennen das aus dem App Store von iOS. Leider werden genau wie dort, auch auf dem Mac manche Anwendugen im Store verschwinden, weil sie keine große Zielgruppe haben und einfach zu speziell sind.
Ich finde den App Store sinnvoll für Einsteiger. Hier wird man die wichtigsten Anwendungen für einen vernünftigen Einstieg finden und kann diese ohne großes Brimborium installieren und aktualisieren. Für mich persönlich ist es nichts. Warum? Weil ich schon auf dem iPhone/iPad die wenigsten Apps aus dem Store kaufe. Den Großteil entdecke ich erst via Twitter und/oder Blogs, die darüber berichten. Lediglich die Top-25 Listen schaue ich mir ab und zu an, wenn ich meine Apps update. Genauso entdecke ich neue Anwendungen für den Mac größtenteils nur über Hinweise aus Tweets, interessanten Blogposts oder durch spezifisches Suchen via Google.
Neulinge werden sich hier wohlfühlen und vermutlich auch eher ein paar Programme kaufen, weil sie nicht großartig durch das Netz surfen und Programme via PayPal o.Ä. bezahlen brauchen. Außerdem wird man dort direkt Reviews und Kommentare anderer Käufer finden. Apple bietet für diese Nutzer damit ein einfaches System um sich schnell auf dem Mac einzurichten.
Der Review-Prozess stimmt mich nachdenklich. Wie werden die Regeln aussehen, was passiert, wenn z.B. eine Anwendung irgendwelche Hacks nutzt um ein Feature zu implementieren? Ich erinnere mich an 1Password, dass am Anfang auch eine undokumentierte Funktion nutzte um im Safari 5 zu funktionieren. Wäre so ein Programm in den App Store gekommen? Und vor allem: Wie schnell werden darüber kritische Updates veröffentlich? Auf iOS mag es nicht so schlimm sein, da könnte Apple im absoluten Notfall die App aus der Ferne löschen. Auf dem Mac wird dies nicht so einfach möglich sein.
Ein großer Vorteil ist sicher die Tatsache, dass man Anwendungen dann auf allen seinen Macs nutzen kann, hat man sie einmal gekauft. Die Frage ist natürlich, wie die Entwickler damit umgehen werden, die bisher Einzel- und Mehrbenutzerlizenzen angeboten haben. Allein deswegen wird Adobe vermutlich nicht die CS-Suite im Mac App Store bringen: Dann müssten Firmen ja nur noch 1/5 des Geldes ausgeben, denn 5 Geräte lassen sich ja mit einem Account aktivieren. Oder gibt es für so etwas genauere Regeln?
Natürlich sind das jetzt alles erst einmal Spekulationen, in 90 89 Tagen werden wir mehr wissen, denn dann wird der Mac App Store für Snow Leopard veröffentlicht werden. Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich das ganze entwickeln wird, auch wenn das ganze nach den momentanen Ankündigungen eher nichts für mich sein wird.
Wie steht ihr dazu?
A short introduction to graph theory. Oder: Malen und Zahlen.
Nachdem mein letzter Post über Primzahlen ja durchaus positiv aufgenommen wurde, soll es heute mal um ein anderes Fachgebiet innerhalb der Mathematik gehen, welches auch gleichzeitig mein Lieblingsthemenfeld ist. Die Graphentheorie. “Theorie? Klingt öde. Schnell weg hier.”. Stop! Statt hier groß Definitionen und Sätze anzugeben, habe ich mir vorgenommen ein schönes Beispiel zu bringen, wie Graphentheorie in der Praxis angewandt wird. Und zumindest die, die Auto fahren, werden sich demnächst an einer Kreuzung an das Folgende erinnern. Darauf gestoßen bin ich durch ein Plakat bei uns an der Uni, dass dieses Beispiel erklärt, jedoch in stark verkürzter Weise.
Schauen wir uns das folgende Bild einer Kreuzung an. Ich hoffe ihr könnt erkennen, was ich meine.
Die Pfeile symbolisieren, in welche Richtung Autos auf den jeweiligen Spuren abbiegen. Wir haben Rechts- und Linksabbieger und Geradeausfahrer. Jeder weiß, dass nicht alle Autos gleichzeitig fahren können (es soll Länder geben, da soll das tagtäglich ohne Unfall passieren), aber wir nehmen jetzt mal eine typische Kreuzung. Um den Verkehr zu regeln gibt es im Normalfall Ampeln. Nehmen wir an, dass die Grünphase genau 1 Minute dauert. Das Problem beseht jetzt darin, dass man jeder Verkehrsrichtung einen Zeitintervall zuweist, in dem die Autos auf dieser Spur grünes Licht haben.
Naja, wir könnten uns jetzt denken: Die beiden Rechtsabbieger-Spuren haben immer grün, da kann nichts passieren (sieht man in der Grafik daran, dass sie keinen andere Fahrtrichtung schneiden). Und für die anderen Spuren gehen wir der Reihenfolger nach. Erst hat rot grüne Ampel für eine Minute, dann blau, dann grün, dann gelb, dann cyan, dann wieder von vorne. Bei einer Grünphase von einer Minute, dauert dann eine vollständige Ampelperiode (der Zeitraum, in dem jede Richtung einmal grün hatte) 5 Minuten. D.h. für mich als Autofahrer: Wenn ich bei grün nicht über die Ampel komme, muss ich 4 Minuten warten. Hm. Irgendwie nicht so berauschend. Schauen wir mal, ob wir da nicht was machen können.
Der erste Schritt besteht darin, dass wir uns überlegen, wie wir das Szenario auf eine andere Weise darstellen können. Wie oben schon gesagt, können wir die Rechtsabbieger vernachlässigen, die kriegen einfach einen grünen Pfeil an die Ampel geklebt und gut ist. Wir haben also 5 Fahrtrichtungen in unterschiedlichen Farben.
Jetzt kommt die Graphentheorie zum Einsatz. Wie der Name sagt, geht es um Graphen. Was ist denn überhaupt ein Graph? Naja, ein Graph aus einer Menge von Punkten (sogenannte Knoten) und Verbindungslinien (sogenannte Kanten) zwischen den Punkten (Graphentheoretiker bitte weghören ;-)). Gut, das sind die zwei wesentlichen Begriffe, die wir hier erstmal benutzen. Nicht schwierig, oder?
Und nun? Nun könnten wir zum Beispiel festlegen, dass jede Fahrtrichtung einem Knoten entspricht. Dann haben wir 5 Knoten.
Die Position der Knoten hat keine Bedeutung, man könnte sich auch beliebig anders anordnen. Ich hoffe ihr erkennt, dass die Farben den Farben aus dem Bild der Kreuzung entsprechen. Jetzt überlegen wir ein bisschen, was wir beachten müssen, bei unserer Ampelschaltung: Wir können auch mehreren Fahrtrichtungen gleichzeitig grün geben, solange sie sich nicht überschneiden. Andersherum: Wenn eine Richtung grün hat, dürfen alle anderen, die diese Richtung schneiden kein grün haben. Wie setzen wir das um? An dieser Stelle kommen die Kanten ins Spiel: Kanten starten an genau einem Knoten und enden an genau einem Knoten.
Wir verbinden jetzt jeden Knoten mit Hilfe einer Kante mit allen anderen Knoten (also Fahrtrichtungen), deren Grün-Phase sich nicht mit unserer überschneiden darf. Verstanden? Nein? Kein Problem, hier die Grafik und Erklärung:
Fangen wir mit der Fahrtrichtung “blau” an. Wenn wir in unsere Kreuzung schauen, so sehen wir, dass die blaue Linie zwei andere Linien schneidet: Die grüne und die gelbe. Das heißt, wenn blau eine Grün-Phase hat, dann dürfen gelb und grün keine Grün-Phase haben. Nach der Idee von eben, müssen wir nun den blauen Knoten einmal mit grün und einmal mit gelb verbinden. So wie es in der Skizze auch getan wurde. Schauen wir uns die gelbe Fahrtrichtung an. Sie schneidet blau und cyan. Zu blau haben wir schon eine Kante. Also noch eine von gelb zu cyan hinzufügen. Der Rest erklärt sich von alleine, denke ich mal. Wir erhalten also eine Art von “Kreis”. Wir wissen jetzt: Für Knoten, die miteinander verbunden sind, dürfen zugehörige Fahrtrichtungen nicht gleichzeitig eine Grün-Phase haben. Oder andersherum: Für Knoten, die nicht miteinander verbunden sind, dürfen die zugehörigen Fahrtrichtungen gleichzeitig grün anzeigen.
Versuchen wir doch einmal, durch eine Nummerierung festzustellen, welche Farben gleichzeitig grün haben dürfen.
Wir geben dem blauen Knoten eine 0. Schauen wir uns jetzt den gelben Knoten an. Er kann keine 0 bekommen, da in Gruppe 0 nur Fahrtrichtungen sein dürfen, die blau nicht schneiden. Dies ist für gelb aber nicht der Fall. Also bekommt der gelbe Knoten eine 1 zugeordnet. Wir machen also einfach eine neue Gruppe auf.
Schön. Weiter gehts mit dem nächsten Knoten. Cyan. Er kann keine 1 haben, denn er ist mit gelb verbunden. Kann er eine 0 haben? Ja, denn mit blau ist er nicht verbunden, also schneiden sich die beiden Fahrtrichtungen auch nicht.
Roter Knoten? Zu Gruppe 0 kann er nicht gehören. Aber zu Gruppe 1. Sehr gut. Das geht ja schön fix.
Bleibt noch der grüne Knoten. Gruppe 0? Geht nicht, er ist mit blau verbunden. Gruppe 1? Geht auch nicht, denn er ist mit rot verbunden. Bleibt uns also nichts anderes übrig, als eine neue Gruppe einzuführen. Der grüne Knoten kommt in Gruppe 2.
Sehr schön, denn jetzt sind wir eigentlich fertig. Wieso, fragt ihr euch? Naja. Wir geben zuerst den Fahrtrichtungen aus Gruppe 0 für eine Minute ein grünes Ampelsignal. Anschließend den Fahrtrichtungen aus Gruppe 1 und danach der Fahrtrichtung aus Gruppe 2. Und fangen wieder von vorne an. Graphisch aufbereitet, sieht das ganze dann so aus:
Die 0 symbolisiert den Start unserer Ampelphase. Dort kriegen blau und cyan grünes Licht. Die 1 symbolisert, dass eine Minute vergangen ist. Also wechselt die grüne Ampel bei blau und cyan auf rot und die Fahrtrichtungen gelb und rot kriegen ihre grüne Ampelphase. Nach einer weiteren Minute sind wir bei der 2 angekommen. Die Autos auf rot und gelb müssen anhalten, da die Grünphase vorbei ist und die grüne Fahrtrichtung kann befahren werden. Nach einer weiteren Minute ist auch diese Phase vorbei und alle Fahrtrichtungen hatten einmal grün – eine vollständige Ampelperiode ist vorbei. In 3 Minuten. Das sind immerhin 2 Minuten weniger als im ersten Ansatz ganz oben und bedeutet für uns Autofahrer, dass wir “nur” zwei Minuten an einer roten Ampel stehen müssen.
Man kann das ganze auch noch ein bisschen mehr optimieren, in dem man den Knoten keine ganzen Zahlen sondern rationale Zahlen zuordnet. Darauf möchte ich jetzt jedoch nicht weiter eingehen, nur soviel: Die Wartezeit kann sich dann auf 1 1/2 Minuten verkürzen.
Das was wir hier gemacht haben, nennt man in der Graphentheorie auch Knotenfärbung. Es gibt auch Kantenfärbungen, Totalfärbungen und noch andere Varianten. Ein Beispiel für eine Kantenfärbung werde ich vielleicht später noch einmal zeigen, nur soviel: Es geht darum, wie man ein Sportturnier effizient planen kann, dass bestimmte Paarungen nicht auftreten oder bestimmte Spieler nicht gleichzeitig an einem Tag spielen dürfen. Auch Stundenpläne lassen sich so erstellen (da dürfen ja keine Räume/ Lehrer doppelt vergeben werden).
Ich hoffe ich konnte euch hier ein bisschen zeigen, dass Mathematik nicht immer nur Theorie ist, sondern durchaus auch auf Probleme in der realen Welt angewandt werden kann.
Kommentare, Anmerkungen, Fragen oder Hinweise (insbesondere Rechtschreibfehler und/oder Grammatikfehler) bitte in die Kommentare. Danke ;-)



