Podcasts.

Podcasthörer-Zeichen (Wikimedia Commons BY-SA-NC, Autor: Peter Marquardt l podcastlogo.lemotox.de)Podcasts sind ein wunderbares Medium um Informationen schnell und kostengünstig zu verteilen und dem Hörer gleichzeitig – Achtung, Buzzword! – “zeitsouveränes” Hören zu ermöglichen. Also das, was eigentlich jeder will. Die Podcastszene in Deutschland wächst beständig, es finden sich nicht nur Radiosender, die ihre Sendungen darüber verteilen, sondern auch eine große Menge an Privatpersonen, die ihr Wissen weitergeben, über aktuelles Geschehen reden oder spannende Interviews führen. Für mich sind Podcasts nicht mehr wegzudenken, sei es nun, weil ich es nicht geschafft habe einen Radiobeitrag zur Sendezeit zu hören oder weil ich immer wieder interessante Dinge lerne und erfahre. Außerdem kann ich damit wunderbar Wartezeiten überbrücken.
In den letzten 1-2 Jahren erkennet man zumindest in den Tech-Blogs eine gewisse Neigung zur Live-Übertragung, was sicherlich auch an steigenden Übertragunsraten der Internetanschlüsse liegt. So bekommen die Podcaster das, was man sich im TV-Bereich wünscht und im Radio schon lange hat: Einen Rückkanal (meist in Form von Twitter oder IRC). Auch Skype setzt sich durch, wenn es darum geht mit Personen in anderen Orten und Ländern zu reden.

An der Zeit also mal einen kleinen Überblick zu geben, welche Podcasts ich höre.

A

Alternativlos – Der Podcast von Frank und Fefe – Zitat: “Wir reden über Politik, Technik, Verschwörungstheorien und was uns sonst noch so in den Sinn kommt.”

ARD Radio Tatort – Einmal im Monat gibt es eine, extra für das Radio, aufgenommene Tatort-Folge.

ARD radiofeature – Wie beim Radio Tatort, so gibt es auch hier einmal monatlich eine Reportage. Auf eine spannende und unterhaltsame Weise werden für den Hörer Themen recherchiert.

B

Bits und so – Ein wöchentlich erscheinender Podcast über die Apple Welt und Gadgets. Einer meiner ersten Podcasts, mittlerweile höre ich nur noch sporadisch rein.

Brummschleife – Der Podcast der nicht existiert, sondern von dem es nur illegale Bootlegs gibt. Die Brummschleife twittert, wenn sie auf Sendung geht. Was hört man? Skype-Konferenzen ohne Themenvorgabe. Mit viel Soundboard-Gespiele. Schmatzen und Rülpser gibt es auch.

Bundesradio – Ein Politik-Podcast von Philip Banse und Tim Pritlove. Die beiden versuchen hinter das Geschehen im Bundestag zu blicken. Dazu gab es Gespräche mit Personen aus der Bundestagsverwaltung, Experten aus Ausschusssitzungen oder zum Thema Gesundheitssystem. Außerdem gab es zur letzten Bundestagswahl eine Live-Berichterstattung mit Kamera, Ton und Gästen. Seit April 2010 eingeschlafen, da die beiden mit anderen Projekten beschäftigt sind. Anhören der alten Folgen lohnt sich aber auf jeden Fall.

C

Chaosradio – Die monatliche Live-Talk-Radiosendung auf Fritz. Hier übernehmen einmal im Monat die Mädels und Jungs vom CCC das Ruder und sprechen über interessante Themen.

CRE – Ein Interview Podcast von und mit Tim Pritlove. Ursprünglich aus dem Chaosradio abgeleitet, kann man hier mehr oder weniger regelmäßig interessante und spannende Interviews zu verschiedensten Themen aus Technik, Kultur und Gesellschaft hören. Ursprünglich stand CRE für Chaosradio Express, da es aber keinen Zusammenhang mehr zwischen dem ursprünglichen Chaosradio gibt, steht CRE nur noch für CRE (siehe: Der König ist tot, es lebe der König).

D

Die Drei Vogonen – Der Podcast mit den 99 Hörern und der ultimativen Episodenlänge (längste Ausgabe: 6h35min). Hier bekommt der Hörer das volle Rundumsorglospaket: Egal ob Technik, Wein, Honig, Bienen, Brettspiele, Bobbycar-Fahrten in den Rhein, LARP Kultur oder Exorzismus. Es gibt kaum ein Thema was die Jungs noch nicht angesprochen haben. Einer meiner absoluten Lieblingspodcasts.

Die Hoppe Show – Zur Zeit “out of order”, aber soll demnächst wieder losgehen. Seit 2006 treuer Hörer (damals noch unter dem Namen “Hoppes Welt” – der Personal Podcast), mag ich den Marco, der diesen Podcast macht, sehr. Leider gab es zwischendurch immer wieder Rückschläge für ihn, die für uns Hörer das mehrmalige Aus der Sendung bedeuteten, nur um zu erkennen dass er sich kurze Zeit später wieder aufgerappelt hat um weiter zu machen. Ganz großen Respekt.

E

Einschlafen-Podcast – Wer öfters Podcasts hört, wird vielleicht mitbekommen haben, dass viele Hörer im Feedback sagen, sie hören einen Podcast beim Einschlafen (ich gehöre auch dazu). Zu dumm nur, wenn man am nächsten Morgen aufwacht und nicht mehr weiß, an welcher Stelle man eingepennt ist. Der Einschlafen-Podcast von Tobias löst dieses Problem. Er besteht aus zwei Teilen: Anfangs wird immer ein bisschen was erzählt, was so alltägliches passiert ist und im zweiten Teil werden dann langweilige Texte vorgelesen. Kant, Goethe oder Niels Holgersen. Diese Texte kombiniert mit einer sehr angenehmen Stimme führen garantiert zum Einschlafen.

Elementarfragen – Ein Interview-Podcast von Nicolas Semak. Leider in letzter Zeit auch etwas eingeschlafen, bis dahin aber immer spannende Gäste. Getreu dem Motto “Es gibt keine dummen Fragen” werden die Interview-Partner über ihr jeweiliges Fachgebiet ausgefragt. Ob Astronomie, Tschernobyl, Vulkanologie, Radio-Moderation oder Software-Entwicklung. Die Themengebiete sind weit gefächert und man erfährt eine ganze Menge.

F

Fanbys – Wie der Name schon erkennen lässt, geht es hier größtenteils um Apple, aber auch um andere Fanboy-Gruppierungen. Erscheint wöchentlich und ab und zu auch mit Gästen.

M

Märchenstunde – Max und Björn treffen sich mehr oder weniger regelmäßig und lesen Märchen vor. Meistens die Märchen der Gebrüder Grimm. Aber dabei bleibt es nicht. Oft werden verschiedene Fassungen verglichen und aufgedeckt, wie die Märchen sich im Laufe der Zeit verändert haben oder es wird aktuelles Tagesgeschehen zum Vergleich herbeigezogen.

Medienradio – Ein Podcast von Philip Banse und Jana Wuttke. Die beiden sprechen mit verschiedenen Gästen zu Themen aus Medien und Internet.

Mikrodilettanten – Zitat: “Die drei Mikrodilettanten unterhalten sich in diesem Podcast über verschiedenste Themen: Netz- und Popkultur, Politik und Wissenschaft – alles ohne jegliche Kompetenz, dafür aber mit guten Getränken.” Muss man nicht mehr zu sagen, macht sehr viel Spaß.

mobileMacs – “DER” Apple Podcast in Deutschland schlecht hin. Es geht um das gesamte Apple-Ökosystem von Mobil bis Desktop, von Software bis Hardware. Dazu noch eine Prise an weiteren Technik-Infos. Perfekt.

N

Not Safe For Work – Die internationale Unterhaltungsgala mit Tim und Holgi und der extrem breiten Themenpalette. Ob nützliches Bürozubehör, die neuesten Memes oder Dildos mit Saugnapf – hier könnt ihr mehr erfahren.

R

Raumzeit – Ein weiteres Projekt von Tim Pritlove, dass er zusammen mit der ESA und DLR betreibt. Hier werden mit verschiedenen Gesprächspartnern Themen aus deren jeweiligen Fachgebiet besprochen. Raketen, Satelliten, Planetenforschung oder Weltraummedizin sind nur ein kleiner Teil des Themenspektrums, der mittlerweile 21 Folgen. Wer sich für den Weltraum interessiert, sollte diesen Podcast auf jeden Fall hören.

W

Wir. Müssen reden – Quasi tot. Max und Michi unterhielten, diskutierten und stritten sich hier über verschiedenste Themen. Leider bis auf Weiteres beendet, da sich die Protagonisten anscheinend nicht mehr vertragen können.

WRINT – “Wer Redet Ist Nicht Tot” – dafür steht WRINT. Produziert und gesendet wird hier von Holgi. Zur Zeit existieren drei “Programmformate”: Es gibt “Sport schauen” – Fußball-Liveberichterstattung, “Ferngespräche” – klassisches Talk-Radio und “Wrintheit” – Fragen beantworten mit Holgi und Nicolas.

Vielleicht findet der eine oder andere hier noch einen Podcast, den er noch nicht kannte oder fängt überhaupt erst an, Podcasts zu hören.

Podcast: Ostbahnhof / Techno Mix

Da ich grad wieder mal zu dem Podcast “Ostbahnhof” abgroove, will ich den euch mal heute empfehlen. Es gibt 8 Folgen, jeweils ein bisschen mehr als eine Stunde lang. Das erste Mal hab ich den Podcast im August letzten Jahres entdeckt und fand ich gleich absolut klasse. Es gibt immer eine Stunde lang feine Electro Musik auf die Ohren. Die letzte Folge ist leider schon vom 04.05.2009 – was da los ist, weiß ich leider im Moment nicht, ich hoffe es gibt bald neue Folgen, es gab davor von Februar bis Mai schon eine längere Pause ohne eine Folge, vielleicht kommt ja jetzt im Herbst neuer Stoff in unseren Podcatcher. Hier der Link zum Podcast im iTunes Music Store. Ich hoffe euch bereitet das Ding genauso viel Freude wie mir. Für alle Electro Fans wieder mal ein absolutes Muss!

Eine kleine Podcastempfehlung “XCode von NULL auf Hundert”

Für alle die gern programmieren (ich) und einen Mac haben (ich), aber keinen Plan von XCode (ich), Objective-C (ich) und Cocoa (ich), gibt es einen echt tollen Podcast, den ich vor kurzem entdeckt habe: Er nennt sicht “XCode von NULL auf Hundert“. Und es geht wirklich bei Null los: Ingo + Peter, die beiden Personen hinter dem Podcast, zeigen uns, wie wir XCode installieren, ein paar grundlegende Einstellungen und dann das erste “Hello World”. Dabei kommt die Theorie dahinter nicht zu kurz. In kurzen Theorieinheiten wird auf die grundlegenden Konzepte wie z.B. Zeiger oder MVC eingegangen. Aber die Praxis steht eindeutig im Vordergrund. Im Moment gibt es die Folge 9, in der wir anfangen einen eigenen Taschenrechner zu programmieren. Nix großartiges, aber um die Basics zu verstehen ein super Einstieg. Ich finde diesen Podcast echt wunderbar, auch wenn es jede Woche nur eine Folge gibt ;) Zudem gibt es auf der Homepage des Podcasts immer mal wieder Beiträge, die noch etwas tiefer in die Materie eingehen. Diese sollte man unbedingt lesen, wenn man vorhat mehr für den Mac zu programmieren und kein Grundwissen in irgendeiner Programmiersprache. Für mich als “Kenner” einiger anderer Programmiersprachen ist der Podcast genau das richtige, manchmal ein wenig zu langsam, aber das liegt daran, dass die Jungs wirklich alles sehr gut erklären. Deshalb denke ich, dass auch absolute Einsteiger keine allzu großen Probleme haben, sich zurechtzufinden – den entsprechenden Eifer vorausgesetzt ;) Ich kann den Podcast uneingeschränkt empfehlen, wenn ihr, so wie ich, mal schauen wollt, wie man Anwendungen für den Mac programmiert und danach vielleicht tiefer in die Materie eindringen wollt. Wer schon mit XCode gearbeitet hat und Objective-C wie seine Muttersprache beherrscht, der wird hier vermutlich nix neues erfahren, aber wie der Titel des Podcasts auch erahnen lässt, zielt dieser auch gar nicht auf diese Gruppe ab. Schauts euch mal an und vielleicht findet ihr gefallen daran – wenn ja, dann lasst den Jungs doch nen kleinen Kommentar auf ihrer Seite da.

Und jetzt zum Ende des Eintrags fällt mir glatt auf, dass ich immer Podcast geschrieben habe. DAS IST FALSCH: es handelt sich um einen Videocast, also Vodcast. Aber ich habe keine Lust, jetzt überall das Wort zu ersetzen, von daher bleibt es einfach mal so im Raum stehen.