Nobody’s perfect – außer Zahlen

Ich wollte ja schon länger mal was schreiben, was mit der Mathematik zu tun hat, mir ist nur nix gutes eingefallen, was auch dem nicht so sehr Mathe-affinen Leser verständlich ist. Da ich jetzt aber mal mein LaTex Plugin ausprobieren wollte, habe ich mich für ein Thema entschieden, was nicht zu sehr mathematisch ist, sondern schon eher in die Numerologie geht: Perfekte (oder auch: Vollkommene) Zahlen.

Vollkommene Zahlen sind Zahlen, bei denen die Summe der Teiler die Zahl selbst ergibt. Verstanden? Nein? Kein Problem. Hier ein kleines Beispiel. Nehmen wir die Zahl 28. 28 hat folgende Teiler: 1,2,4,7,14. Addieren wir diese 5 Zahlen miteinander, so erhalten wir: 1+2+4+7+14 = 28. Jetzt sollte jeder verstanden haben, was eine perfekte Zahl ist. Die kleinste perfekte Zahl ist übrigens die 6. Das zu überprüfen, sei euch überlassen ;-) Bis zum 16. Jahrhundert waren erst lediglich 5 vollkommene Zahlen bekannt. Nach und nach wurden immer mehr Zahlen dieser besonderen Bauart entdeckt. Mein Stand ist, dass es momentan 47 entdeckte vollkommene Zahlen gibt. Die letzte wurde 2008 gefunden und hat 25.956.377 Ziffern. Die ersten, die diese Eigenschaft bestimmten Zahlen zuwiesen, waren übrigens die alten Griechen.

Wofür braucht man sowas? Kurz und knapp: In der Mathematik an sich gar nicht. Natürlich ist die Frage interessant, ob es unendlich viele solcher Zahlen gibt (findet vermutlich nicht jeder interessant) oder ob es auch ungerade vollkommene Zahlen gibt (die Zahl müsste größer als 10^{300} sein). Aber rein vom wissenschaftlichen Standpunkt haben diese Zahlen, meines Wissens nach, keine besondere Auswirkung. Aber wer weiß was in Zukunft kommt, auch bei Primzahlen hat man sich lange gefragt, wofür man diese brauchen könnte, und was würden wir heute ohne diese machen?

Interessant wird es, wenn man diese Zahl aus dem Blickwinkel der Numerologie betrachtet, also der Zahlenmystik. Die kleinste vollkommene Zahl 6: Gott erschuf die Welt in 6 Tagen. Der Mond beweget sich in 28 Tagen um die Erde. Dies und vieles mehr findet man in den Artikeln bei der Wikipedia: vollkommene Zahlen und Numerologie.

Ich weiß natürlich, dass dies hier nicht wirklich viel mit Mathematik zu tun hat (ich hätte noch auf die Konstruktion von vollkommenen Zahlen mit Hilfe von Mersenn’schen Primzahlen eingehen können… gähn…. da schläft die Hälfte aber ein ;-) ). Ich wollte einfach nur mal zeigen, dass Mathematik nicht nur stumpfes rechnen ist oder Formeln lernen. Sondern, dass es auch manche Dinge gibt, die der Mathematik das Recht geben, nicht nur als Naturwissenschaft betrachtet zu werden, sondern auch als Kunst.

7 thoughts on “Nobody’s perfect – außer Zahlen

  1. Alex gefällt das.

    (Du brauchst irgendwelche Buttons mit denen ich mein wohlwollen ausdrücken kann :D)

  2. Stimmt, wollte ich eigentlich auch schon gemacht haben. Werd ich mich am WE mal dransetzen.

  3. Zählst du Mathematik zu den Naturwissenschaften? Du kannst mit Mathematik zwar reale Gegebenheiten beschreiben, aber angewiesen bist du darauf ja nicht – dein Beitrag ist ja ein schönes Beispiel dafür. Würde sagen, Mathe ist eine Formalwissenschaft in Abgrenzung zu Realwissenschaften (Naturwissenschaften oder Kultur-/Geisteswissenschaften).

  4. Mathematik ist für mich auf keinen Fall eine Naturwissenschaft, wie du schon sagst, ich kann sie dafür nutzen, um naturwissenschaftliche Phänomene zu beschreiben, aber sie bietet auch andere Möglichkeiten (wie eben diese Spielerei mit den Zahlen).

    Ich finde, sie ist vielmehr ein Werkzeug, mit dem man unendlich viel machen kann. Sozusagen der Leatherman unter den Wissenschaften ;-)

  5. Na, weil du schreibst “[...] die der Mathematik das Recht geben, nicht nur als Naturwissenschaft betrachtet zu werden, sondern auch als Kunst.”, deshalb hatte ich gefragt.

    Und “Leatherman” find ich gut :-)

  6. Ich meinte eigentlich damit, dass für viele Menschen die Mathematik nur eine weitere Naturwissenschaft ist. Denn ich glaube, dass die Mehrheit das so sieht. Oder aber als ödes herum rechnen.
    Hiermit wollte ich einfach zeigen, dass man die Mathematik auch aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann/sollte/darf. Und ich finde, dazu eignen sich Primzahlen gut, wenn man mal überlegt, wie lange es überhaupt gar keinen sinnvollen Anwendungszweck für sie gab, aber trotzdem in diese Richtung geforscht wurde.

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